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Trends & Benchmarks Report 2022 – Hybride Ansätze gewinnen an Bedeutung, DevOps ist ins Stocken geraten!


Melanie Neumüller, Head Testing

Der Trend zu hybriden Vorgehensweisen geht weiter

Von einem Wasserfallmodell spricht man, wenn es für jede Phase vordefinierte Start- und Endpunkte gibt, die mit eindeutig definierten Ergebnissen versehen sind. Hingegen sind agile Vorgehen iterativ, das Vorgehen in der Software Entwicklung ist inkrementell – sprich aufeinander aufbauend. Der Trend zu hybriden Vorgehen hat sich mit 56% weiterhin zum Vorjahr verstärkt – eine Kombination aus Wasserfallmodell und einer Portion Agilität. Interessanterweise sind die Agilen Vorgehensmodelle mit 39.7% etwas gesunken. Ob es sich hier um einen Trend handelt, wird sich im nächsten Jahr zeigen.

Hybride Vorgehen
Vorgehensmodelle in der Software Entwicklung
Quelle: SwissQ, Trends & Benchmarks 2022, Quality Engineering

Mit 28.5% erfolgt das Deployment in hybriden Vorgehensmodellen alle 2-3 Monate. Im Vergleich zu den Vorjahren wird nun eher öfter released. Im Agilen ist es genau umgekehrt. Es zeichnet sich ab, dass auch hier der Trend dorthin geht, dass die Software monatlich bzw. alle 2-3 Monate ausgeliefert wird und nicht mehr mehrmals pro Monat.
Einen Einfluss darauf könnte das Continous Deployment haben. Nur 17.1% der Befragten leben es bereits, etwa die Hälfte sind an dessen Einführung oder Planen eine Einführung. Das CD würde eine häufigere Einführung erleichtern.

Gibt es Verbesserungspotenzial im Testing?

Die Antwort ist klar: Ja, das gibt es! 

Die Zufriedenheit mit dem Testentwurf ist bei den Befragten am tiefsten. Das könnte daran liegen, dass ein erheblicher Aufwand in eine systematische Testfallerstellung fliesst. Diese Zeit sollte meiner Meinung nach eher in die Testdurchführung investiert werden.

Wie könnte das nun in der Praxis aussehen? Die Erstellung von systematischen Testfällen könnte man mit einem Test Driven Development vermeiden, welches sich an die Ergebnisse der zu prüfenden Testfälle orientiert. Ein weiterer Ansatz wäre das Explorative Testen mit einem eindeutig beschriebenen Testziel. Hierfür werden als Basis gute Anforderungen mit klar definierten Akzeptanzkriterien benötigt. Auf systematische Testfälle, in denen jeder einzelne Testschritt beschrieben ist, könnte somit verzichtet werden.

Oftmals werden systematische Testfälle erstellt, um Probleme anderer Natur zu lösen. Allerdings sollte im Idealfall der Zusatzaufwand in die Beseitigung der Probleme investiert werden. Wie etwa schlecht beschriebene Anforderungen oder eine fehlende Testautomatisierung.

Ein weiterer Punkt ist die recht unterschiedliche Verteilung des Testaufwands (durchschnittlich 19.4%), jedoch ist das Cornet mit 21.9% weit verbreitet. Mit nur 19.3% wird die Testpyramide gelebt, die als Ideal angesehen wird. Typischerweise zeigt die Testpyramide einen Schwerpunkt bei den Unit- und Schnittstellentests. Dies da diese relativ einfach zu erstellen und auch schnell durchzuführen sind. Mit dem Cornet wird alles auf den Kopf gestellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf den End-to-End Tests. 

  • E2E-Tests kommen realen Benutzern und «echten» Szenarien sehr nahe. Deshalb werden diese oft von Führungskräften bevorzugt.
  • Es gibt Tester, die Tests über die Benutzeroberfläche gegenüber API-Tests vorziehen. UIs sind in der Regel greifbarer und konkreter für Fachtester.
  • Die Integration zu anderen Systemen ist auf Ebene «Schnittstellentest» noch nicht endgültig definiert und durchgeführt.

Wird der Fokus auf E2E-Tests gelegt, bedeutet das einen erhöhten Aufwand in der Testdurchführung. Hier gibt es Verbesserungspotenzial, vor allem im Zusammenhang mit Continous Deployment und DevOps im Allgemeinen. 

DevOps ist ins Stocken geraten, aber weshalb?

Für viele der Befragten ist DevOps weiterhin ein wichtiges Thema. Allerdings fällt die Einschätzung der Zielerreichung deutlich pessimistischer aus als im Vorjahr. Insbesondere gab es bei den Zielen, die Time-to-Market zu beschleunigen und die Qualität zu verbessern, einen massiven Einbruch. Meiner Meinung nach könnte das am Kulturwandel liegen, den es braucht, um DevOps nachhaltig zu etablieren. Zu Beginn kann durch das Einführen von Tools oder organisatorischen Änderungen viel erreicht werden. Findet der Kulturwandel jedoch nicht statt, und zwar vom Management bis zum Mitarbeitenden, wird der nachhaltige Einsatz von DevOps sehr schwierig. Dies könnte ebenso der Grund sein, weshalb die Agilen Vorgehensmodelle in diesem Jahr etwas zurückgingen.

Dementsprechend ist die Zufriedenheit mit der Implementation von DevOps bei den Teilnehmern zurückgegangen. Für 44.4% dauerte die Einführung länger als erwartet und für 31.9% ist DevOps zu kompliziert.

Wir sind uns zwar sicher, dass DevOps einige unserer Probleme bezüglich der Softwarequalität lösen könnte. Denn DevOps ermöglicht uns unter anderem, in Richtung der typischen Testpyramide zu gehen. Es bedarf allerdings Aufwand, Ausdauer und Investionen in den Kulturwandel. 

Wie kann SwissQ ihr Unternehmen unterstützen?

Dies sind nur einige der spannenden Ergebnisse unseres jährlichen Trends & Benchmark Reports! Wenn sie interessiert sind, mehr über die weiteren Ergebnisse – nicht nur zum Thema Testing – zu erfahren, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Den Report können Sie unter Trends and Benchmarks | Quality Engineering herunterladen.


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