Der Product Engineer als Teil eines Produkt Teams


Marc Imfeld

Wie du mit einem ganzheitlichen Mindset deine Produktentwicklung verbessern kannst

Im Blog «Anforderungen sind tot, es lebe das Produkt», beschreibt Silvio Moser wie wichtig es ist, aus dem Silodenken auszubrechen, Fähigkeiten zu kombinieren und als Produkt Team zu agieren, welches das Produkt in den Mittelpunkt stellt. 

Der Weg dorthin ist nicht einfach. Unter anderem muss die passende Organisation geschaffen und die richtigen Mitarbeitenden mit den entsprechenden Fähigkeiten gefunden werden. Da jede Unternehmung dies wieder etwas anders angeht, kann man eine Inkonsistenz der verschiedenen Rollen in der Produktentwicklung beobachten. Wie ist es dazu gekommen? Was hat der Ansatz des Product Engineers damit zu tun? Und welche Vorteile entstehen daraus? In den nächsten Abschnitten erfährst du mehr dazu.

Diversität bei Rollen & Titel rund um die Produktgestaltung

Es besteht ein grosser Spielraum zwischen der Benennung von Rollen und Titeln und den dazugehörigen Verantwortlichkeiten. Dies zeigen Erfahrungen von verschiedenen Kunden aus unterschiedlichen Branchen. Zwar werden vielfach bekannte Frameworks wie Scrum oder SAFe angewendet. Diese sind jedoch oft individualisiert und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst. Je nach Setup resultiert daher ein anderes Verständnis von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung (AKV) der einzelnen Rollen wie z.B. Product Manager, Product Owner, Business Analyst oder Requirements Engineer.

Das Endprodukt bzw. die Dienstleistung die für den Kunden bereitgestellt wird, wirkt sich ebenfalls auf das Verständnis der einzelnen Rollen aus. Handelt es sich z. B. um eine Business-Software, eine App oder um ein physisches Produkt, kann dies unterschiedliche Vorgehensweisen und Aufgaben zur Folge haben. Dementsprechend gibt es auch hier häufig unterschiedliche Auffassungsarten der jeweiligen Rollen.

Fähigkeiten sind wichtiger als Rollen 

  • Nur durch stetige Weiterentwicklung bleibt man der Konkurrenz einen Schritt voraus. Was früher als «Projekt» angegangen und mit einer Abschlussphase und Lessons learned endete, wird heute in einem kontinuierlichen Stream weitergeführt. Dieselben Skills, welche für den initialen Aufbau z.B. in Form eines MVP’s benötigt wurden, sind auch für die Weiterentwicklung gefragt. Da aber mit zunehmendem Reifegrad des Produktes häufig weniger Ressourcen (Budget) zur Verfügung stehen, müssen die Involvierten über den Tellerrand hinausschauen und ein optimales T-Shape Profil erreichen. Somit steht auch in einem kleineren Team genügend Know-how zur umfassenden Weiterentwicklung eines Produktes zur Verfügung. 
  • Mit der zunehmenden Agilität in Unternehmen wandelt sich zudem das Bild der einzelnen Rollen. Aufgaben und Prozesse, welche früher nur in bestimmten Phasen durchgeführt wurden, werden heute just in time und auf iterative Art und Weise wiederholt. Somit lässt sich das Produkt stückweise verfeinern und unter ständigem Feedback verbessern. Dies erfordert eine kontinuierliche und enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Testing und Fachvertreter, welche sich mit den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden auskennen. Die «ich werfe eine Anforderung über den Gartenzaun Mentalität» muss verschwinden, damit alle auf dasselbe Ziel hinarbeiten. Somit kommen sich Rollen näher, und man unterstützt sich gegenseitig im Lebenszyklus der einzelnen Anforderungen.
Product Engineer vereint verschiedene Disziplinen der Produktentwicklung
Der Product Engineer vereint verschiedene Disziplinen der Produktentwicklung und arbeitet eng mit der Entwicklung zusammen (Quelle: SwissQ)

Fähigkeiten und Skills in den richtigen Kontext setzen und adaptieren

Allen Tätigkeiten gemeinsam liegt das Product Engineering Framework zugrunde, welche Discovery, Design und Delivery für den Kunden in den Mittelpunkt stellt. 

Ein Product Engineer versteht, in welchem Kontext er sich befindet und welche Methoden sich am besten eignen, um das Produkt voranzutreiben und stetig zu verfeinern. Dabei ist es wichtig, das Produkt und den Kunden ins Zentrum zu stellen und den Fokus auf das Wesentliche nicht zu verlieren. Ob dies in der Rolle des Product Owners, Business Analysten oder Requirements Engineer ist, sei dahingestellt.

Product Engineering ist somit nicht nur eine leere Bezeichnung, sondern auch ein Mindset, bei dem wir versuchen, die Kundenbedürfnisse zu Ende zu denken und von Anfang bis zum Ende im Team zu begleiten. Ein Requirements Engineer, der sich auch um UX kümmert? Ein BA der beim Testing mithilft? Natürlich, warum nicht? Selbstverständlich darf der Fokus jedes einzelnen Teammitglieds auf spezifischen Bereichen liegen (z.B. Innovation Champion, UX Hero etc.), der entscheidende Punkt ist jedoch die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen, um Know-how und Methodenkompetenz im Team nachhaltig zu stärken. 

Mit der Denkweise und dem Konzept des Product Engineers wird die Verbindung zwischen Discovery, Design und Delivery im Unternehmen vereinfacht und die Ideen den Kunden mit Mehrwert zur Verfügung gestellt. 

Diese Tipps möchten wir dir auf den Weg geben:

  • Product Engineering ist nicht nur eine Bezeichnung, sondern ein Mindset, wie du deine Arbeit rund um die Produktentwicklung gestaltest. 
  • Product Engineering vereint das Team, um gemeinsam an ein und demselben Ziel zu arbeiten.
  • Eine End-to-End Ansicht und Begleitung von der Discovery bis hin zur Delivery im selben Team führt zu höherer Qualität und weniger Missverständnissen.
  • Rollen sollten nicht überbewertet werden. Mitarbeiter mit einem T-Shape Profil sind sehr wertvoll und können ihren Horizont für die Produktentwicklung im Unternehmen erweitern

Du möchtest wissen, wie wir bei SwissQ diese Fähigkeiten als Product Engineer erlernen, wie wir mit dem Product Engineering Framework umgehen und/oder möchtest selbst Teil davon werden? Dann freuen wir uns auf Deine Kontaktaufnahme.

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