Trends & Benchmarks in Agile, Requirements und Testing 2015


Silvio Moser, CTO

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Zum siebten Mal in Folge veröffentlicht SwissQ die jährliche Trends und Benchmarks Studie mit Zahlen und Fakten zum Stand des SW Developments in der Schweiz. Der Fokus liegt weiterhin auf den Themenbereichen Agile, Requirements und Testing. Dabei zeigt sich einmal mehr, wie eng diese Themen miteinander verzahnt sind. Grundlage für die Studie bildet wie bis anhin eine Online-Umfrage, an der 450 Personen von unterschiedlichen Unternehmungen, Branchen und Regionen der Schweiz teilnahmen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen geteilt haben und an unseren Kooperationspartner, das Institut für Informatik der Universität Zürich.

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Agile dominiert. So lautet eines der Schlüsselergebnisse der Studie. Zwar haben Wasserfall und Iterative Vorgehen mit zusammen 52% Anteil, weiterhin einen festen Platz in der SW-Entwicklung, es findet jedoch eine starke Vermischung mit Agil statt. Dies gilt übrigens in beide Richtungen. Agile Entwicklungen werden vermehrt mit traditionellen Vorgehen kombiniert und finden als sogenannte hybride Modelle ihren Einsatz.

Dies geschieht aus der Erkenntnis heraus, dass die weitverbreitetste agile Methode Scrum, wenn «by-the-Book» angewandt, sich vor allem für Teams eignet, welche relativ isoliert ein Produkt entwickeln können. In der Realität befasst sich jedoch ein Grossteil der Projekte mit Entwicklungen, welche starke Abhängigkeiten untereinander haben und vielfach auch Schnittstellen zu Legacy, ERP oder externen Systemen beinhalten. Es besteht daher ein grosser Bedarf an Aktivitäten wie die Releaseplanung, die Anforderungserhebung und die Schnittstellen-übergreifenden Tests der verschiedenen Projekte, Produkte und Komponenten zu koordinieren.

Dabei wird auf die bekannten Wasserfall-orientierten Vorgehen zurückgegriffen. Leider werden dabei oft die Nachteile statt die Vorteile kombiniert. Die Skalierung der Agilität ist denn auch eines der grossen Themen in der IT und die Unternehmen müssen lernen, wie sie auch ausserhalb der reinen SW-Entwicklung agiler werden können. Dies geht nur mit entsprechender Unterstützung seitens des Managements, damit der notwendige und teilweise schmerzhafte Kulturwandel stattfinden kann. Diese beiden Punkte werden denn auch als die grössten Erfolgsfaktoren für die Einführung von Agil angesehen.

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Im Umkehrschluss muss man sich daher auch fragen, ob der agile Ansatz auf die jetzige Unternehmenskultur und Mitarbeitenden passt, und die agile Transformation entsprechend angegangen und begleitet wird. Dabei steht man oft im Clinch zwischen dem Halten der langjährigen Mitarbeitenden, welche über grosses Wissen und Erfahrung verfügen aber Veränderungen naturgemäss skeptisch gegenüberstehen, und dem Wunsch vieler Jobsuchenden, in einem agilen Umfeld zu arbeiten. Eine Tatsache die angesichts des weiterhin anhaltenden Fachkräftemangels nicht einfach ignoriert werden kann.

Das Know-How der Mitarbeitenden wird auch im Requirements Engineering/Business Analyse und im Testing als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren angesehen. Insbesondere Methoden- und Fachwissen werden hoch gewertet und durch gute Soft Skills ergänzt. Es ist selbstsprechend, dass es nicht unendlich viele Fachkräfte gibt, die diese Fähigkeiten in sich vereinen.

Wenig überraschend werden als wichtigster Erfolgsfaktor im Testen gute Anforderungen angesehen. Diese erleichtern das Erreichen einer hohen Testabdeckung und verringern den Testaufwand, da schlechte Anforderungen sowohl die Qualität der Software wie auch die Fehleranalyse negativ beeinflussen. Somit wächst die Erkenntnis, dass die beiden Disziplinen enger zusammenarbeiten müssen. Dazu ist eine frühe Involvierung der Tester angebracht, sowohl beim Review der Anforderungen wie auch beim Erstellen der Abnahmekriterien.

Damit dieser Aufwand nicht vergebens war, sprich: die Anforderungen zum Zeitpunkt der Implementierung weiterhin valide sind und den Wünschen der Kunden entsprechen, ist eine zeitnahe Umsetzung vonnöten. Das Stichwort lautet Just-in-Time Specification. Werden Anforderungen über Monate und Jahre, eventuell auf verschiedene Arten – von Geschäftsprozessen, über Use Cases zu User Stories – und verschiedenen Personen erarbeitet, ist die Chance sehr gross, dass das ursprüngliche Ziel aus den Augen verloren wird.

Wir hoffen, dass die vorliegenden Trends und Benchmarks Sie dazu inspirieren, sich mit den Veränderungen in der SW Entwicklung zu befassen und die daraus entstehenden Herausforderungen aktiv anzugehen.

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