Scrum ist tot – Lang lebe der Wasserfall!


Adrian Zwingli, CEO

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In der heutigen Zeit soll alles schneller, flexibler und einfacher sein. So auch die IT Organisationen. Zum Glück kam da gleich das Zauberwort „Scrum„ um die Ecke und löste alle Probleme. Hmm… wohl nicht ganz.

Oder um ehrlich zu sein: Nein!

Viele Unternehmen haben in den letzten Monaten und Jahren Scrum eingeführt. Die Zufriedenheit ist jedoch sehr tief, oder nahm genauer gesagt, in letzten Jahr gar merklich ab (Software Development Report 2014, Agile, Requirements und Testing).

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Während nun einige zustimmend nicken und sich in der Annahme bestätigt fühlen, dass Scrum nur ein Hype sei, verweisen andere auf die bereits hohe Verbreitung (71.1% der Projekte setzen bereits agile Methoden ein). Die Realität ist allerdings komplizierter: Die meisten Unternehmen kombinieren Wasserfall orientierte Modelle mit Scrum (und weiteren agilen Methoden). Doch auch dies alleine genügt nicht. Um leistungsstarke IT Organisationen zu betreiben, ist die Wahl der Vorgehensmodelle nur einer der Einflussfaktoren. Um Erfolgreich zu sein (oder zu bleiben), ist das Thema breiter zu fassen, wie der Agile Leadership Day vom 5. November 2014 aufzeigt.

Dort haben sich bereits letztes Jahr über 200 Führungskräfte aus IT und Technologie Unternehmen ausgetauscht und werden auch in der 2014er Edition die aktuellen Themen der Führungskräfte mit Praxisbeiträgen von Unternehmen wie UBS, Kaba, search.ch oder Schweizer Radio und Fernsehen betrachtet. Um eine verständliche Struktur zu schaffen, sind die Themen in drei Bereiche gruppiert.

Die flexible Organisation

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Heutige IT- und Technologie Organisationen müssen schnell und effektiv auf neue Bedürfnisse und sich ändernden Prioritäten anpassen können. Doch wie baue ich als Führungskraft eine flexible und schlagkräftige Organisation auf? Wie können wir die Budgetierung flexibler gestalten? Wie gehen wir mit dem Hype der “Selbstorganisation” um? Was bedeutet Change Mangement in der Realität? Um diese und weitere Fragen dreht sich der Track 1 an der Konferenz.

Meine persönlichen Highlight sind:

  • “How to balance organizational structures and flexible project delivery”, Urs Schönenberger, UBS
  • “Wie man Scrum noch agiler macht”, Walter Schärer, search.ch
  • “Mythen der Selbstorganisation”, SwissQ Requirements Team

Von Management zu Leadership

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Die sich immer schneller drehende Geschäftswelt fordert auch von Führungskräften ihren Tribut. Die altbekannten Management-Theorien bekommen Schlagseite, Command and Control Management ist immer weniger gefragt. Die Rolle einer Führungskraft ändert sich von Management zu Leadership. Der Faktor Mensch wird immer wichtiger. Im Track 2 des Agile Leadership Days geht es entsprechend um die veränderten Erwartungen an Führungskräfte. Braucht es den noch Führungskräfte? Wer führt, wenn das Team selbstorganisiert ist? Welche Rolle spielen persönliche Motivation und Empathie in der Zukunft.

Meine persönlichen Highlights:

  • “Ihr Chef bewirbt sich bei Ihnen”, Jörg Buckmann, Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ)
  • “Mitarbeiter wählen CEO und Vorgesetzten”, Marc Stoffel, Haufe-umantis
  • “Was tun Chefs in agilen Organisationen” (Panel)

Vorgehen und Prozesse

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Ist Agilität nun wirklich die Lösung aller Probleme? Oder doch nicht? Wo bleibt dann der alte Wasserfall und das V-Modell? Während in der Presse nur noch von Agilität zu lesen ist, stellen sich in der Praxis weiterhin wichtige Fragen: Gibt es einen Release-Plan? Wie koordinieren wir unsere 2’000 Applikationen? Wie gehen wir mit der hohen gegenseitigen Abhängigkeiten um? Wie verbinden wir die alte und neue Welt?

Der Track 3 stellt sich diesen Fragen. Er beleuchtet zudem auch die offenen Problemstellungen in Bezug auf Normen, Vorgaben und Compliance. Auch SAFe, eines der aktuellsten Themen im Markt, kommt nicht zu kurz.

Meine persönlichen Highlights:

  • “Von der Idee zum Prototyp in 4 Monaten”, Daniel Roner, Belimo Automation
  • “Governance in an Agile Enterprise”, Fredrik Ekdahl, ABB
  • “Einführung von Agilität im Unternehmen” (Panel)

Die interaktive Seite

Müde von den altbekannten Konnferenz-Formaten? Verständlich. Aus diesem Grund hat der Agile Leadership Day interaktive Elemente in das Programm aufgenommen. Mit interaktiven Panels wird der rein passive Konsum von Wissen und Erfahrung aufgebrochen. Während die Panel-Vorsitzenden gerne von ihrer Erfahrung erzählen, stellen die Teilnehmenden die Mehrheit der Diskussion. Offen und schonungslos wird über die bestehenden Probleme und Herausforderungen gesprochen. Ohne Schönfärberei und Verkauf.

 

Die Themen und Panelisten:

  • Was tun Chefs in agilen Projekten?
    • Marc Stoffel, CEO Haufe-umantis AG
    • Jürg Stuker, CEO Namics
    • David Bänziker, Leiter Backend Development & Support, ZKB
    • Adrian Zwingli, CEO SwissQ (ja, ich darf auch mit machen)
  • Einführung von Agilität in Unternehmen
    • Volker Vettel, Head of R&D Substation Automation Products, ABB
    • Urs Schönenberger, Head De-central Development in Solution Delivery von Wealth Management & Swiss Bank IT, UBS
    • Philipp Schneider, Director eTec, Phonak
    • Patrick Hunziker, Leiter Entwicklung, Metrohm

Entschuldige, wir sind nicht agil. Und Scrum nutzen wir auch nicht.

Während den Gesprächen zum Agile Leadership Day haben einige angemerkt, dass Agilität für sie kein Thema ist. Dies ist verständlich und in einigen Bereich sogar gut so. Allerdings dreht sich der Agile Leadership Day nicht um die agile Software-Entwicklung, sondern um den aktuellen Veränderungsdruck auf Führungskräfte und Organisationen, und wie sie diesen positiv nutzen können. Diese Konferenz gibt Antworten aus der Praxis.

Wie kann ich teilnehmen?

Anmeldungen können via Webseite vorgenommen werden.

Ist Scrum nun wirklich tot?

Nein, Scrum ist nicht tot. Der Wasserfall auch nicht. Wie bereits angesprochen vermischen sich zur Zeit die verschiedenen Vorgehensmodelle. Sei dies nun gut oder nicht, es ist die Realität. Der Software Development Report 2014 enthält weitere Informationen dazu.

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