Certified Scrum Master Kurs – unser Eindruck


SwissQ

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Ein Zertifikatskurs ohne Frontalunterricht mit PowerPoint Salven, kein Buzzword Bingo und auch keine Predigten über die einzig wahre Lösung aller IT Projekt Probleme?

Nein, auch wir (Lars und Susanne) hatten es nicht erwartet, als wir uns für den Certified Scrum Master Kurs angemeldet haben.

Besucht haben wir den Kurs, um unser Wissen im agilen Bereich zu vertiefen und zu belegen. Als Vorreiter im agilen Bereich legt SwissQ und auch seine Mitarbeiter einen hohen Wert auf stetige Weiterbildung!

Die harten Fakten

  • Kursdurchführung: Das Scrum Team
  • 3 Tage Scrum Master Kurs incl. 1 Tag Kanban
  • Zertifizierung

Zusammenfassung

Positiv

  • Location
  • 2 Trainer
  • Kein Frontalunterricht
  • Keine PowerPoint Schlacht
  • Seestern Spiel
  • Coin Spiel
Negativ

  • Kaffeepausen nicht eingehalten
  • Das schlechte Wetter
  • Der erste Tag wirkte auf viele Teilnehmer etwas unstrukturiert

Kurslocation

Mir hat besonders die Kurslocation gefallen. Entgegen den meisten Kursen im IT–Bereich, die in schicken Hotels oder in hochmodernen Schulungszentren stattfinden, haben wir uns beim CSM Kurs vor dem Restaurant Fork & Bottle wiedergefunden. Susanne und ich, sowie auch die anderen Kursteilnehmer haben uns dabei gegenseitig angeschaut und uns gefragt: „Sind wir hier richtig?“.

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Richtig waren wir! Es handelt sich dabei um das Vereinslokal der lokalen Rugby Mannschaft, das neben einem gemütlichen Biergarten und super Speisen auch ideale Räumlichkeiten für einen CSM Kurs bietet. Zu schade, dass es während der Kurszeit viel geregnet hat und eher kühl war, sonst hätte ich sicher einige der Kursteilnehmer zu einem abendlichen „Sprint Workout“ im Biergarten überzeugen können!

2 Trainer

Wir hatten das Glück, dass unser Kurs mit 2 Trainern – Peter Beck (Das Scrum Team) und Cem Kulac (pragmatic solutions gmbh) – durchgeführt wurde. Das bedeutet mehr Zeit für Fragen und Feedback vor allem aber eine weitere Person mit anderen Erfahrungen und eventuell anderen Ansichten. Beide Trainer boten eine Fülle von Geschichten und Erfahrungen – geballte Kompetenz ohne Anspruch auf Allwissenheit. Das hat mir sehr gut gefallen.

Time Boxed

Durch die Aufteilung in 3 Gruppen und die vielen Interaktionen lernten sich die Kursteilnehmer schnell kennen. Dies führte schnell zu einem intensiven Austausch und zu regen Diskussionen. Die Begeisterung unserer Mitarbeit war auch bei den Kursleitern spürbar, was teilweise zu versäumten oder stark verspäteten Pausen führte.

Trotz einiger Jahre Erfahrung der Kursleiter – und das noch im Doppelpack – hat das Prinzip Time Boxing durch die Begeisterung aller Teilnehmer in diesem Fall nicht funktioniert. Ein gutes Beispiel wie schnell Vorsätze auf der Strecke bleiben können. Aber auch ein gutes Beispiel für Agilität. Am Abend nach dem ersten Tag angesprochen kümmerten sich die folgenden Tage alle Teilnehmer um die Einhaltung der geplanten Pausen.

Seestern-Spiel

Ja, das Seestern–Spiel: Während ich ein Teilnehmer war, durfte Susanne als neutraler Beobachter zuschauen was der Rest macht. Der Rest, also ich auch, durfte den Raum mit verbundenen Augen betreten. Dort waren Seile ausgelegt, mit denen wir jeweils zu dritt am Boden einen Seestern formen durften – blind!
Aber was hat das eigentlich mit Scrum zu tun? Ach ja, wir haben das in Iterationen sprich Sprints gemacht. Drei Sprints hatten wir zur Verfügung. Nach dem ersten Sprint Review des (katastrophalen) Ergebnisses konnten wir in den weiteren Sprints unsere Verbesserungen umsetzen. Am Ende war ein brauchbares Ergebnis zu sehen.

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Zum Vergleich: Ohne Scrum bzw. Agilität hätten wir nur eine Chance gehabt, also quasi das Resultat was wir nach dem ersten Sprint gesehen hatten!

Wie bereits von Lars erwähnt, hatte ich die Rolle des Beobachters und konnte den Teams bei der Seestern-Entwicklung zuschauen. Für mich verdeutlichte die Seestern Übung vor allem die Tücken der Kommunikation.
Trotz der verbundenen Augen aller Teilnehmer haben viele auf gewohnte Art und Weise kommuniziert. Es gab Aussagen wie: „Nimm du mal das Seilende“ und in einem anderen Fall hat einer der Teilnehmer tatsächlich nur das Seil in Richtung der neben ihm stehenden Person gehalten.

Unter normalen Umständen wäre diese Art der Kommunikation ausreichend, unter den gegebenen Umständen war sie unzureichend. Das Team musste neben der eigentlichen Aufgabe noch die Herausforderung der Kommunikation bewältigen. Ich konnte aber auch beobachten, dass die Teilnehmer in den kommenden Runden ihre Kommunikation angepasst haben.
Interessant: die Kommunikationsproblematik wurde bei den Teambesprechungen von keinem Teilnehmer angesprochen, vermutlich war sich keiner wirklich darüber bewusst. Ein Faktor also den man z.B. bei neuen Teams nicht vernachlässigen sollte.

Coin Game

Am zweiten Tag haben wir das Coin Game gespielt. Vorweg muss ich erwähnen, dass der Kurs den Namen „Certified Scrum Master plus Kanban“ hatte. Da für mich persönlich der Fokus eher auf Certified Scrum Master lag, statt auf Kanban, hat dieses Spiel zugegebenermassen nicht zu meinen Favoriten gehört. Das Spiel hatte den Zweck, zu zeigen, dass es Sinn macht Projekttätigkeiten in verschiedene Pakete einzuteilen. Gelernt haben wir, dass das Aufteilen der Arbeit in Pakete eine höhere Effizienz bringt. Bei zu starker Aufteilung hat sich der Effekt wiederum negativ ausgewirkt, was zu einem verlangsamten Abarbeiten von anstehenden Tätigkeiten geführt hat. Fazit: Aufteilen von Arbeiten in Teilarbeiten – ja, zu starkes Aufteilen – nein.

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Auf dem Slide wurden dann die Messungen festgehalten und diverse Aussagen zu Kanban getroffen. Am Ende hat uns das Spiel auf jeden Fall ziemlich eingeheizt, was dem kühlen Wetter sehr entgegenkam. 100 Poker Coins einzeln über sechs Stationen quer über den Tisch zu befördern und dabei an jeder Station zu drehen ist halt doch anstrengender wie es zu sein scheint!

Fazit Lars

Meiner Meinung nach ein durchaus gelungener Kurs. Für mich wurde alles Wissen ausreichend vermittelt, um im Anschluss die Scrum Master Prüfung beim ersten Anlauf zu bestehen. Langweilig ist es nie geworden im Kurs und die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Somit ist der Kurs aus meiner Sicht auf jeden Fall zu empfehlen, egal ob das Hauptziel ein Scrum – Master Zertifikat oder ein vertieftes Wissen über die Methode Scrum ist. Besten Dank nochmal an dieser Stelle an die Kursleiter!

Fazit Susanne

Was habe ich nun also ganz persönlich aus diesen 3 Kurstagen mitgenommen? Erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass ich einige Gedanken, Ideen, Erfahrungen nicht nur für mein Berufsleben sondern auch für mich ganz persönlich mitgenommen habe.

Hier die beiden wichtigsten Punkte:
Ich muss viel mehr hinterfragen, nachfragen und kritisch betrachten. Nicht nur Informationen die ich erhalte, sondern auch meine eigenen Handlungen und Vorgehensweisen.

Ich muss mir der Fallstricke im Denken (Kognitive Verzerrung, z.B. Verhalten nach bekannten Muster) bewusst werden. Nur wenn ich mir dieser bewusst bin, weiss ich um die möglichen Auswirkungen und kann Einfluss nehmen.

Selten hatte ich in einem Kurs so viel Spass bei gleichzeitig vielen Aha-Erlebnissen. Egal welche für welche Rolle in einem agilen Team (Scrum Master, Developer, Tester…) diesen Kurs kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

Kursbuchung

Der Kurs zum Certified Scrum Master kann neben vielen anderen Kursen in den Bereichen Agile, Testing sowie Requirements direkt über die Website von SwissQ Consulting AG gebucht werden.

Die nächsten Scrum Master Kurse:

  • 25.-27.02.2014 Bern
  • 04.-06.03.2014 Zürich
  • 03.-05.06.2014 (plus Kanban) Zürich
  • 09.-11.09.2014 Bern
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