Digitales Testen: Q-SMAC Testing Framework


Marcel Stoop, Head Testing

In den vorherigen Blogbeiträgen haben wir den Einfluss der einzelnen Elemente S, M, A, C und IoT auf das Testing besprochen. Zum Abschluss dieser Blogserie zum Digitalen Testing, stelle ich die Digitale Teststrategie und das Q-SMAC Testing Framework vor.

Digitales Testen, ist das notwendig?

Das ist doch alles das Gleiche. Ob ich eine Client-Server-Applikation, eine web-basierte Applikation oder eine spezifische Mobile Applikation teste, alles das Gleiche. Es müssen Fehler gefunden und korrigiert werden. Mehr nicht!

Diese Sichtweise greift bezüglich des Digitalen Testings doch ein wenig zu kurz. Es müssen Fehler gefunden werden, einverstanden. Aber um Fehler zu finden, und zwar die wichtigen Fehler, diejenigen welche richtig schmerzen, braucht man zuerst einmal Kenntnisse über das Testobjekt. Eine geeignete Teststrategie und qualifizierte Tester sind zwei weitere Punkte, die beachtet werden müssen.

Was ist Digitales Testen?

Digital Testing ist kein Testvorgehen wie V-Modell Testing, Agile Testing oder Lean Testing. Es ist auch keine Testmethode wie exploratives Testing oder Business Process Testing. Digital Testing ist eine neue Testart: es bezieht sich auf ein bestimmtes Testziel, dass man mit einem systematischen Test erreichen möchte.

Das Testziel von Digital Testing leitet sich ab von der Digitalen Transformation. Bei dieser geht es um das Zusammenspiel zwischen:

  • IT-Entwicklung
  • Testing
  • Business
  • Kunde

Der zentrale Punkt in diesem Zusammenspiel ist: Time-to-Market. Der Kunde erwartet immer schneller aufeinander folgende Releases in einer besseren Qualität und genau auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Funktionalitäten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, das Business in diese Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Die Digitale Transformation bezieht sich wiederum auf die Ausbreitung digitaler Technologien, die man zu SMAC & IoT zusammenfassen kann. Das bedeutet, dass Digital Testing sich auf SMAC & IoT Technologien ausrichtet.

Q-SMAC Test Framewok

In den vorangehenden Blogbeiträgen bezüglich der einzelnen Elemente aus SMAC & IoT haben wir gesehen, dass der wichtigste Faktor in der Digitalen Transformation und damit auch dem Digital Testing ein einheitlicher, integrierter, sprich holistischer Ansatz ist. Man sollte also die Elemente des SMAC-Stacks nicht einzeln betrachten und sich nur ein oder zwei der Elemente rausnehmen. Wenn man nach einer Analyse zum Schluss kommt, dass einzelne Elemente für das spezifische Umfeld (z.B. IoT) oder die Organisation keine Relevanz haben, ist das in Ordnung. Aber man sollte sie nicht schon im Vorfeld ausschliessen.

Wieso sollte man sich bezüglich Umsetzung der Digitalen Transformation und damit Digital Testing nur auf Mobile fokussieren und dabei z.B. die ganze Cloud und Analytics Problematik vernachlässigen? Nur weil man sich nicht um bestimmte Sachen kümmert, heisst das noch nicht, dass damit auch die Probleme nicht mehr existieren.

Um diese integrierte Sichtweise zu verdeutlichen, haben wir ein Q-SMAC Testing Framework erstellt. Dieses Framework gibt eine Übersicht über den SMAC-Stack und zeigt die Charakteristiken und Test-Fokussierung der einzelnen SMAC-Stack Elemente.

Die wichtigste Aussage dieses Frameworks ist, dass das Digital Testing gesamtheitlich betrachtet werden muss. Nur so kann man sicherstellen, dass die Digitalen Technologien, der SMAC-Stack, adäquat getestet werden können.

Digitale Teststrategie

Bei der Definition einer Digitalen Teststrategie geht es um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie soll man SMAC & IoT testen
  • Welche teststrategische Ausrichtung ist geeignet (wobei der SMAC-Stack gesamthaft betrachtet werden muss)
  • Wie soll man das Testing organisieren
  • Welche Testschwerpunkte sollen gewählt werden
  • Wie gestaltet man die Interaktion des Testings mit Business, Kunde und Development

Eine einheitliche Teststrategie ist nicht einfach eine Aggregation verschiedener Testarten. Ein strategischer und umfassender Testansatz teilt das Testing nicht nach S, M, A, C – Silos auf. Dies führt nur zu einer Doppelspurigkeit ohne Mehrwert. Besser ist es, die Testschwerpunkte aus dem SMAC-Stack, wie z. B. User Experience, Security oder Performance, zu bündeln und über alle Elemente hinweg anzuwenden. Daneben können dann die spezifisch auf die einzelnen Elemente abgestimmten Tests durchgeführt werden.

Aspekte einer Digitalen Teststrategie

Bei der teststrategischen Ausrichtung müssen folgende Aspekte beachtet werden:

  • Die digitale Transformation und der Konkurrenzdruck verlangen eine schnellere Produktentwicklung, was bedeutet, dass auch das Testing schneller werden muss (Time-to-Market)
  • Das Business muss stärker involviert werden, um qualitativ bessere Produkte und kürzere Release-Zyklen zu bewirken (User- & Marktverhalten)
  • UX & Usability müssen stärker berücksichtigt werden (Kundenerwartungen)
  • Die spezifischen SMAC-Stack Testschwerpunkte der Solution (Produktanforderungen)
  • Erweiterung der Testing Skills (T-Shaped Profile)

Damit Digital Testing erfolgreich werden kann und die Bedürfnisse des Business bezüglich Digitaler Transformation befriedigt werden können, muss das Testing schneller und effizienter werden. Das bedingt, dass die Software initial eine hohe Qualität aufweist. In Zusammenhang mit DevOps und Continuous Integration führt das zu einem hohen Grad an Testautomatisierung und der Implementierung des «Test Early» Prinzips.

Die erhöhte Taktrate und damit schnelle Release Zyklen beinhalten hinsichtlich des Digital Testings auch eine Gefahr: Die Qualität wird für die Geschwindigkeit geopfert. Dies resultiert meistens in eine «Fail Fast» Strategie, die man nur akzeptieren sollte, wenn folgendes gegeben ist:

  • Wenn aus Fehlern gelernt werden kann (Root-Cause-Analysis)
  • Auf Kunden-Feedback sofort reagiert wird
  • Neue korrigierte Versionen sehr schnell auf den Markt gebracht werden können
  • Vorsprung vor der Konkurrenz gewährleistet werden kann

Somit bedeutet die Digitale Transformation und damit Digital Testing, dass man sich auch über die Testorganisation Gedanken machen muss. Wie müssen wir die Testorganisation einrichten oder ändern, damit man diesen neuen Ansprüchen (Time-to-Market, Userverhalten, höhere Ansprüche an der UX) gerecht werden kann?

Testschwerpunkte & Anforderungen an die Tester

Wie schon erwähnt, ist Digital Testing eine neue Testart. Hierbei sollte beachtet werden, dass einerseits die Testschwerpunkte anders liegen und anderseits die Anforderungen an den Tester sich ändern.

Funktionalität wird als Testthema immer einen wichtigen Platz einnehmen. Beim Digital Testing verschieben sich aber die Testschwerpunkte in Richtung nichtfunktionaler Testthemen.

Aus den vorherigen Blogbeiträgen können wir zusammenfassend sagen:

Wir sehen also, dass die Testschwerpunkte beim Digitalen Testing sich verschieben, hauptsächlich in Richtung:

  • Schnittstellen Testing
  • Security Testing
  • Performance Testing
  • User Experience Testing

Um im Zuge der Digitalen Transformation einen Konkurrenzvorteil behalten zu können, ist vor allem der Aspekt der User Experience von besonderer Relevanz. In der heutigen Zeit wechselt der Kunde sehr schnell zum Konkurrenz-Produkt, wenn dieses eine bessere UX hat. Anderseits kann man durch die Fokussierung auf UX verhindern, dass unnütze Funktionalitäten eingebaut werden was die Time-to-Market verbessert. Damit die User Experience auch tatsächlich gesteigert werden kann, sollte aber beachtet werden, dass:

  • Kontinuierlich Daten über Userverhalten gesammelt werden
  • Die Benutzung der zur Verfügung gestellten Applikationen kontinuierlich ausgewertet wird
  • Die Daten zeitnah den Entwicklern und Testern im Rahmen von «Context-Driven-Testing» zur Verfügung gestellt werden

Und schon sind wir beim Thema Analytics. Digitale Transformation bedeutet also auch, dass eine Strategie bezüglich Daten sammeln und zur Verfügung stellen der Daten, erstellt werden muss.

Eine gute Digitale Teststrategie muss darauf Wert legen, dass der komplette SMAC-Stack berücksichtigt wird. Zusätzlich ist es sowohl wichtig, Continuous Integration und Agile Prozesse sinnvoll anzuwenden als auch wiederkehrende Aufgaben, wie z. B. Datenerzeugung oder Datenvalidierung zu automatisieren. Zusammen mit Q-SMAC ist dies der Schlüssel die zentrale Herausforderung der digitalen Transformation zu meistern: eine schnelle Time-to-Market.

Zusammenfassend

Die Digitale Transformation ist noch immer im vollen Gange. Dies bedeutet, Kundenwünsche und Kundenverhalten sind stärker zu berücksichtigen (Konkurrenzdenken), was dazu führt, dass schnellere und qualitativ bessere Release Zyklen verlangt werden. Dies hat wiederum einen Einfluss auf die Testorganisation und Teststrategie.

Und natürlich wird das alles auch einen starken Einfluss auf uns Tester und Testmanager haben. Tester und damit auch Testmanager, müssen sich stärker mit den technischen Fortschritten auseinandersetzen. Neue Testdisziplinen wie UX, Schnittstellen und Cloud Testing rücken in den Vordergrund. Auch wird es für den Testmanager wichtig sein, die notwendige Business-Orientierung in die teststrategische Ausrichtung einfliessen zu lassen. Ein schnelleres Time-to-Market muss gewährleistet sein. Schlussendlich kommt man auch nicht darum herum, sich Gedanken über die Testorganisation zu machen.

Alles unter dem Motto: Mobile ist heute, Q-SMAC ist die Zukunft.

Sie wollen mehr über Digital Testing erfahren oder sich mit uns über ihre Strategie für das Testen des SMAC-Stacks unterhalten? Wir freuen uns über ihre Kontaktaufnahme!

 

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