Adrian Zwingli tritt als CEO zurück – Daniel Spirig übernimmt


Nadine Anderson, Head Conferences & Communications

Adrian_ZwingliAdrian, du trittst nach 10 Jahren als Gründer und CEO von SwissQ zurück. Was für eine Überraschung!
Für jene, die mich näher kennen, wohl weniger. Mit dem Wachstum des Unternehmens auf über 60 Mitarbeitende hat sich auch die Rolle des CEOs stetig verändert. Dabei durfte ich mich immer wieder neu erfinden und neue Kenntnisse aneignen. Eine tolle und lehrreiche Zeit. Trotzdem habe ich mich seit dem ersten Tag immer wieder hinterfragt, ob ich die richtige Person für diese Rolle bin. Jetzt bin ich zum Schluss gekommen, dass nun andere Fähigkeiten und Kenntnisse für die Rolle des CEOs gefragt sind. Entsprechend ist der nächste logische Schritt: Rücktritt. Mit Daniel Spirig, seit zwei Jahren Leiter Business Development bei der SwissQ, haben wir einen erfahrenen Nachfolger gefunden. Daniel kennt uns, unsere Kultur, unsere Liebe zu unseren Themen und unsere Andersartigkeit bestens. Zusätzlich hat er die notwendigen Fähigkeiten und kann bereits CEO-Erfahrung vorweisen.

War es eine schwierige Entscheidung für dich?
Für mich persönlich nein. Oft wird einer Führungskraft ein Rücktritt als Schwäche ausgelegt. Ich sehe das anders. Starke Selbstreflexion ist ein Qualitätsmerkmal. Ebenso wie schonungslos zu seinen Erkenntnissen, und zu seiner Persönlichkeit zu stehen. In meiner neuen Rolle werde ich wieder mehr für die SwissQ, unsere Mitarbeitenden und Kunden bewirken können. Zusätzlich kann ich mich wieder freier weiter entwickeln, ohne die Enge eines CEO-Korsetts.
Aus Unternehmenssicht war ich eine Weile gespalten. Viele sahen mich als Leitfigur des Unternehmens, die Repräsentanz nach Aussen. Dadurch war ich zwar einer der Erfolgsfaktoren für die SwissQ, jedoch auch ihr grösster Hemmschuh. Wir haben unglaublich viel Wissen, Erfahrung und Kreativität bei unseren Mitarbeitenden.

Rückblickend, was hast du alles mit SwissQ erlebt?
Die SwissQ hat sich toll entwickelt. Vor über 10 Jahren durch unseren CTO Silvio Moser und mir als 2-Mann-Firma gegründet, sind wir nun Marktführer in den Themen Agilität, Requirements und Testing. Nebenbei organisiert unser Team die grössten IT-Konferenzen der Schweiz und bieten über 30 verschiedene Schulungen an. Ohne hervorragende Mitarbeitende, wäre dies nicht möglich. Natürlich gibt es in jeder Organisation „Ups and Downs“, doch wir dürfen stolz sein, über 60 Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Schlussendlich ist die SwissQ ein Lebenswerk für mich.

Du wirst dich auf deine Rolle als Verwaltungsratspräsident fokussieren. Was bedeutet dies genau?
Als Verwaltungsratspräsident werde ich neben den üblichen VR-Themen auch für die strategische Entwicklung der SwissQ verantwortlich sein.
Zusätzlich darf ich als CPO (Chief Product Officer) weiterhin die Innovationskraft der SwissQ prägen, sowie unsere Konferenzen als Chairman führen. Entsprechend werde ich im gleichen Umfang für die SwissQ tätig sein, einfach in einer anderen Rolle. Einer Rolle, die mehr meinen Fähigkeiten und meinem Naturell entspricht, als der CEO-Posten. Sprich, ich bleibe der SwissQ erhalten.

Daniel SpirigDaniel, du übernimmst neu. Was sind deine Ziele für die nächsten Jahre?
Die SwissQ ist  anerkannt als Schweizer Themenführer und gilt als erster Ansprechpartner, wenn etwas umgesetzt oder verbessert werden soll. Leider finden wir zu wenige Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt, um mit dem Wachstum an Anfragen mithalten zu können. Somit ist eines unserer Hauptziele, die Rekrutierung zu stärken und die besten Talente zu finden. Im gleichen Bereich befindet sich das zweite Hauptziel: Unsere Mitarbeitenden weiterhin und teilweise noch dedizierter zu fördern mit der Absicht, sie in ihrer Fach- und Führungskarriere möglichst gut zu unterstützen. Drittens müssen wir vermehrt Strukturen schaffen, um die bestehenden SwissQ-Eigenschaften Innovationskraft, Gemeinschaftsdenken und gegenseitige Unterstützung zu stärken, und gleichzeitig die Voraussetzung schaffen, um grössere Kundenvorhaben umsetzen und das gesamte Angebotsportfolio bei unseren Kunden positionieren zu können.

Nicht einfach, dem Gründer nachzufolgen. Wie wird dies sein?
Durch den Wechsel eines Gründer-CEOs auf eine neue, wenn auch interne Person, ergeben sich natürlich sowohl Chancen als auch Risiken. Als Vorteile sehe ich bei uns den erhöhten Fokus auf das operative Geschäft, die konsequente Umsetzung der Strategie und mehr Zeit für die persönliche Führung vor Ort.
Auf der anderen Seite ist es nicht einfach, dem Gründer nachzufolgen, der das Unternehmen über die letzten 10 Jahre geprägt hat. Dies bedeutet, mich mit Fingerspitzengefühl und der notwendigen Konsequenz einzubringen. Sei dies bezüglich neuem Führungsstil, Prioritätensetzung, Umsetzungsstärke etc. Das dies ohne grössere Probleme möglich ist, haben wir in den letzten 6 Monaten bereits bewiesen. In dieser Zeit haben Adrian und ich das neue Rollen-Modell bereits gelebt.

Wie siehst du den Markt, wo möchtest du zukünftig die Schwerpunkte legen?
In den Bereichen Requirements und Testing sind wir bei den Kunden als Themenführer gesetzt. Hier gilt es darauf aufzubauen, Neukunden zu gewinnen und weiterhin innovative Services und Methoden anzubieten. Im Bereich Agilität erleben wir auf Kundenseite grosse Fortschritte auf Teamebene. Hier steht nun das Thema Skalierung an. Dies können wir bereits mit umfassenden Dienstleistungen begleiten, welche von der Einführung von agilen Vorgehensweisen bis hin zur vollständigen agilen Transformation von Unternehmen reicht.
Bezüglich Vorgehen wollen wir verstärkt ganze SwissQ-Teams einsetzen. Sprich, der Kunde bekommt von uns für seine Projektvorhaben und Problemstellungen übergreifende Lösungspakete in den anfangs genannten Bereichen. Bei Bedarf können auch die erforderlichen Schulungen berücksichtigt werden.

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