IREB CPRE RE@Agile Primer


Christoph Wolf, Principal Consultant

RE@Agile Primer gibt eine Hilfe für den Einsatz von Requirements Engineering in der agilen Softwareentwicklung mit cross-funktionalen Teams. Doch auch hier braucht es Requirements Engineering, wenn auch mit etwas veränderten Methoden und Fähigkeiten der Mitarbeiter. Wie kann ich diese Skills erlangen und auch zeigen, dass ich sie habe?

RE@Agile Primer

In unserem neuesten Trends&Benchmark-Report zeigt sich deutlich, dass der Anteil von Projekten mit vorwiegend agilem Vorgehen in der Schweiz stark ansteigt.

Agiles Vorgehen in Projekten

Darauf hat nun auch das International Requirements Engineering Board (IREB) reagiert und einen Lehrplan inklusive Zertifizierung für agiles Requirements Engineering veröffentlicht: CPRE RE@Agile Primer. Der Inhalt spiegelt die wichtigsten Punkte wieder, die im agilen Requirements Engineering beachtet werden sollten:

  • Motivation und Denkweise
  • Grundlagen von RE@Agile
  • Artefakte und Techniken in RE@Agile
  • Organisatorische Aspekte von RE@Agile

Ausgehend vom agilen Manifest, werden die auf den ersten Blick unterschiedlichen Denkweisen im Requirements Engineering der agilen Entwicklung gegenübergestellt, verglichen und erarbeitet, wie sich diese beiden gegenseitig befruchten können.

Requirements Engineering vs. Agile

RE@Agile Primer – Requirements Engineering vs. Agile

Hier gibt es gewisse Missverständnisse und Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Es werden verschiedene agile Entwicklungsmethoden erwähnt und Scrum als die wohl am weiteste verbreitete agile Entwicklungsmethode detaillierter angeschaut. Insbesondere wird die Rolle des Requirements Engineers von der des Product Owners abgegrenzt. Dabei wird aufgezeigt, wie Requirements Engineering als kontinuierlicher Prozess zur wertorientierten Produktentwicklung beiträgt. Der Lehrplan führt die wichtigsten Artefakte im agilen Requirements Engineering ein – von der Vision über Epics, Features, User Storys bis zu Akzeptanzkriterien und der Definition of Ready. Ausserdem werden spezielle organisatorische Aspekte diskutiert: Wie agiles Requirements Engineering funktioniert, wenn die Organisation ausserhalb der IT nicht-agil arbeitet, und wie es in einem skaliert-agilen Umfeld aussieht, wenn viele Scrum-Teams an einem Produkt arbeiten.

RE@Agile Primer Zertifizierung

Die Zertifizierung CPRE RE@Agile Primer ist, vom Schwierigkeitsgrad her, leicht unterhalb der Zertifizierung CPRE Foundation Level (CPRE FL) anzusiedeln, da der Stoffumfang kleiner ist. Man muss über 20 Multiple-Choice-Fragen in 40 Minuten beantworten und hat mit 70% der erreichbaren Punkte bestanden. Es gibt ein Online-Self-Assessment. CPRE FL ist keine Voraussetzung, erleichtert aber das Verständnis. Später soll noch eine Advanced-Level-Zertifizierung RE@Agile veröffentlicht werden, für die der RE@Aglie Primer aber keine Voraussetzung sein wird.

Unsere Schulung Agiles Requirements Engineering / RE@Agile Primer

Ein Nachteil des Lehrplans von RE@Agile Primer und der Zertifizierung ist, dass man den Stoff nur kennen, aber nicht anwenden können muss. Da wir den Anspruch an eine Schulung haben, dass die Teilnehmer ihr erworbenes Wissen auch im Berufsalltag anwenden können, haben wir den Stoff des Lehrplans mit unserer Schulung Agiles Requirements Engineering vereint. In unserer neuen zweitägigen Schulung werden deshalb ergänzend viele praktische Übungen gemacht zu Themen wie:

  • Vision, Epics, Features, User Storys erstellen
  • User Storys schneiden
  • Akzeptanzkriterien ableiten
  • Ein Backlog erstellen und priorisieren

Fazit

Es ist begrüssenswert, dass IREB sich des Themas Requirements Engineering in einem agilen Umfeld angenommen hat und man nun Kenntnisse in diesem Bereich mit einer CPRE-Zertifizierung nachweisen kann. Und die oben beschriebene Kombination des Lehrstoffs von RE@Agile Primer mit praktischen Übungen in unserer Schulung wird euch optimal sowohl auf die Zertifizierungsprüfung als auch auf die Anwendung der Methoden im Job vorbereiten.

 

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