Die globale IT-Beratungsfirma Xebia und Digital-Spezialist SwissQ bündeln ihre Kräfte. Zur Medienmitteilung >

Hybrides Arbeiten – Teil 1: Wie Resilienz uns dabei hilft


Dominik Robellaz

«Schon wieder zurück ins Homeoffice, ich habe mich doch gerade erst im Büroalltag eingefunden. Jetzt muss ich wieder meine Meetings umstrukturieren und virtuell durchführen. Wie bringe ich die Kinder dazu, mich in meiner Fokuszeit nicht zu stören. Wie gehe ich mit dem Stress um der entsteht?» Könnte dieses Statement von dir stammen? Warten in deinem Arbeitsalltag zu Hause auch zahlreiche Hürden auf dich, die du zu meistern versuchst? Dazu gehört das schwierige Trennen von Privatem und Arbeit, die tägliche Herausforderung mit Kindern, hybride Meetings durchführen, in Interaktion mit deinen Kolleginnen und Kollegen treten oder auch das gemeinsame Arbeiten aus der Ferne.

In dieser Blogserie möchte ich Fragen zum Thema hybrides Arbeiten und einige begleitende Facetten dazu angehen. Wir haben in diversen Blogs bereits über einige Aspekte zum Thema beleuchtet. Wie zum Beispiel Remote Facilitation oder auch, wie dir der Weg aus dem Lockdown ins Büro wieder gelingt.

Aktuell ist die Situation wieder vermehrt, dass man von zu Hause arbeitet oder sogar arbeiten muss. Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann schwierig und auch belastend sein. Sei es, weil deine Platzverhältnisse nicht optimal sind oder weil die Arbeit und das Private immer mehr ineinander verschmelzen. Eine strikte Trennung erweist sich als schwierig. Ein weiterer Grund kann sein, dass deine Kinder auch zu Hause sind. Dadurch kannst du die Fokussierung, die du haben möchtest, vielleicht nicht erreichen. 

Im ersten Teil dieses Blogs möchte ich auf die Eigenschaften eingehen, die wir als Mensch entwickeln können, um in schwierigen Situationen zurechtzukommen. Die Frage hier ist, wie können wir unsere innere Widerstandsfähigkeit respektive Resilienz verbessern?

«Resilienz? Das habe ich doch schon mal gehört. Aber was steckt dahinter? Und wie hilft mir das im stressigen Alltag?»

Warum sollte ich danach streben, resilient zu sein?

Im heutigen Zeitalter vermischt sich Berufliches und Privates immer wie mehr. Durch den Faktor Homeoffice und die digitale Kommunikation werden Probleme vom Arbeitsplatz auch noch im privaten Rahmen diskutiert und vice versa. Dieser Fakt kann zu Stress, Depressionen und zu einem Burnout führen. Die Resilienz hilft dir dabei, dich in diesen Situationen physisch und psychisch zurechtzufinden, dich vor belastendem Stress zu schützen und einem Burnout vorzubeugen.

Stress während der Arbeit kann zu einem Burnout mit physischen und psychischen Schäden führen (Bild: pexels.com)

Vielleicht denkst du dir «Ein bisschen Stress hat noch niemandem geschadet.». Da hast du vollkommen recht. Stress kann auch gut sein. Das ist wie bei vielem im Leben, das richtige Mass macht es aus.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Stress.

  • Gelegentlicher Stress: führt zu Wachheit und zu erhöhter psychischer sowie physischer Leistungsfähigkeit
  • Chronischer Stress: führt zu Müdigkeit sowie nachhaltigen physischen und psychischen Schäden

Als resilienter Mensch erkennst du, wenn sich dein Stresslevel auf ein ungesundes Niveau steigert. Durch die Achtsamkeit auf dich persönlich bezogen hast du die Möglichkeit, früh Gegenmassnahmen einzuleiten, um dein Stresslevel zu senken.

Ein kleiner Exkurs: Nicht nur negative Emotionen können Burnout oder Stress verursachen. Auch ein Übermass an Engagement oder auch ein zu grosser Wille, anderen zu helfen, kann zu einem Burnout führen (Rolfe, 2018: Positive Psychologie und organisationale Resilienz).

Möchtest du wissen, wie es um dein Stresslevel steht? Auf der Plattform stressNOstress kannst du kostenlos einen Check dazu machen und findest auch noch weiterführende Informationen zum Thema individueller Stress sowie auch über Stress in Teams.

Was bedeutet Resilienz?

Laut Duden bedeutet Resilienz die psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Resilienz hat aber auch noch eine andere Facette. Es leitet sich aus dem Lateinischen «resilire» ab und bedeutet «zurückspringen» respektive «abprallen». Resilienz beschreibt die Fähigkeit, rasch wieder gesund zu werden, unter widrigen Umständen gesund zu bleiben und sogar unter widrigen Umständen aufzublühen. Resilienz hat zum Ziel, dass das persönliche Befinden vor und nach der Krise immer noch gleich ist. Im besten Fall nach der Krise sogar noch etwas besser. Krisen definieren sich als kurzfristige (akute) oder auch langfristige (chronische) physische oder psychische Belastungen. Resilienz bedeutet also, die eigenen Ressourcen sowie Grenzen gut zu kennen und sich der Warnsignale bewusst zu sein. 

Unter widrigen Umständen aufblühen wie eine Blume in der Steinwüste, einem nicht optimalen Lebensraum (Bild: unsplash.com)

Ist Resilienz messbar?

Die Messung der individuellen sowie Team-Resilienz ist in der Forschung sehr umstritten (Rolfe, 2018: Positive Psychologie und organisationale Resilienz). Für die Messung der individuellen Resilienz gibt es zahlreiche Fragebögen, die sich auf verschiedene Faktoren konzentrieren. 

  • Mit der Ego-Resilienz-Skala (ER) kannst du erfahren, wie es um deine Stabilität und Sicherheit steht. In diesem Fragebogen werden vor allem die Anpassungsfähigkeit sowie die Kontrolle über positive Affekte bewertet. 
  • Die Resilienzskala für Erwachsene (RSA) beschäftigt sich mit der persönlichen und sozialen Kompetenz sowie dem familiären Zusammenhalt. Dabei wird vor allem auf das Merkmal Anpassungsfähigkeit bei belastenden Ereignissen eingegangen. 
  • Mit dem ins Deutsche übersetzte Fragebogen «Resilienzskala» RS-13 oder RS-25 kann der Faktor emotionale Stabilität überprüft werden. Er misst die Resilienz als positives Personenmerkmal der individuellen Anpassungsfähigkeit.

Mach den Test. Wie steht es um deine individuelle Resilienz? Der RS-13 Fragebogen und die dazugehörige Anleitung findest du hier. Weitere Checks habe ich dir unten im Blog verlinkt.

Wie kann ich meine Resilienz steigern?

Resilienz aufbauen ist einfach, aber ungewohnt. Es gibt eine Unmenge an Apps und Tools, die dir dabei helfen, deine persönliche Resilienz zu steigern. Auch diverse Krankenkassen haben eigene Applikationen, bei denen du mit Abschliessen von Achtsamkeitsübungen sogar Preisnachlass auf die Prämie bekommst. 

Eine gedeihende Pflanze inmitten der Wüste als Symbol für Resilienz (Bild: unsplash.com)

Ich stelle dir in der Folge ein Paar wichtige Schlüsselfaktoren für ein achtsameres und resilienteres (Arbeits)Leben zusammen. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Du findest darin die Definition und einige Beispiele, wie du vorgehen könntest, um deine Resilienz zu steigern. Viele weitere Beispiele für Achtsamkeitsübungen sind in diversen Apps vorhanden. Einige Vorschläge findest du am Ende des Blogs.

Akzeptanz

Nimm vergangene und aktuelle Erfahrungen an und mach dich mit dem Gedanken vertraut, unveränderbare Dinge zu akzeptieren. Dabei hilft dir, wenn du dich konsequent auf Lösungen konzentrierst und nicht deine Energie damit verschwendest, dich zu beklagen. Akzeptiere dabei das Belastungen, Konflikte und auch Niederlagen zum Leben gehören.

Achtsamkeitsübung:

  • Beschäftige dich mit Themen, die du schwer akzeptieren kannst. Starte dabei am besten bei dir selbst. Überlege dir, was du an dir nicht magst. Das müssen nicht unbedingt äusserliche Eigenschaften sein. Das können auch Ticks oder Persönlichkeitseigenschaften sein. Werde dir bewusst, welche Teile davon du akzeptieren kannst. Sei dir bewusst, dass du nicht perfekt sein musst und du auch mit Schwächen leben darfst.

Positive innere Einstellung

Mit einer positiven inneren Einstellung gehst du auf Menschen und Situationen grundsätzlich positiv zu. Du bist der Überzeugung, dass alles im Grunde wohlwollende Absichten verfolgt. Du siehst in jeder Situation das Gute und machst das Beste daraus.

Achtsamkeitsübung:

  • Lege deine rechte Hand auf den Brustkorb. Atme mit tiefen Atemzügen für zwei Minuten durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Anschliessend lasse die Atmung für drei Minuten natürlich durch die Nase passieren. Die Hand immer noch auf der Brust liegend. Spüre wie du ruhiger und zentrierter wirst.
  • Lachen hilft dabei, eine positive Einstellung zu etablieren. Findest du es komisch, einfach so vor dich her zu lachen? Da hilft ein einfacher Trick. Nimm einen Stift quer zwischen die Zähne, sodass ein Lächeln automatisch provoziert wird. Durch die Anspannung der Gesichtsmuskeln wird ein positives Gefühl und eine grundsätzlich positive Einstellung etabliert.

Selbstwirksamkeit

Sei dir deiner Kompetenzen bewusst und sei überzeugt, mit ihnen Einfluss ausüben zu können. Glaube daran, dass deine Kompetenzen dir dabei helfen, Probleme zu lösen. Probiere auch mal etwas Neues, das für dich schwierig erscheint und verlasse dich auf deine Fähigkeiten.

Achtsamkeitsübung:

  • Werde dir deiner Stärken bewusst und notiere diese. Spreche auch mit deinen Bezugspersonen über deine Stärken. Baue diese in der Folge bewusst aus und trainiere sie weiter.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie gehe ich auf das Thema «Interaktion und Kommunikation beim hybriden Arbeiten» ein. Wie sind Verabredungen möglich? Wie kann ich trotz virtuellem Raum in Interaktion mit meinen Kolleginnen und Kollegen treten. Ein Bedürfnis, das in der Homeoffice-Zeit bei vielen wächst.

Hast du Fragen zum Thema, Ideen oder möchtest du mit einem Sparringspartner über deine täglichen Herausforderungen sprechen? Dann melde dich bei mir, ich freue mich auf einen unverbindlichen Austausch.

Apps

  • 7Mind für IOS und Android (kostenlos, in App Käufe)
  • Headspace für IOS und Android (kostenlos, in App Käufe)
  • Ein guter Plan für IOS und Android (kostenlos)
  • Helsana Coach App für IOS und Android (kostenlos, für Mitglieder Helsana)
  • Active 365 für IOS und Android (kostenlos, für Mitglieder CSS)

Messinstrumente und Checks

0 thoughts on “Hybrides Arbeiten – Teil 1: Wie Resilienz uns dabei hilft”


Schreibe einen Kommentar