Habe ich in drei Jahre noch einen Job – die Zukunft des RE


Stephan Adler, Principal Consultant

Als selbstfahrendes Auto
will ich kleinen Hunden ausweichen
damit ältere Damen nicht mit der Handtasche auf mich einschlagen.

Wird es bald (nur noch) AI Trainer und Therapeuten geben, wie es der Zukunftsforscher Thomas Frey im Anschluss an seinen TEDx Talk (www.futuristspeaker.com/business-trends/2-billion-jobs-to-disappear-by-2030/) prognostiziert?

Sosehr die obige User Story nicht ganz ernst gemeint ist, gibt es einige Entwicklungen, die die Rolle des klassischen Requirements Engineer, IT Business und Prozess Analyst zu verändern drohen.

Was macht den RE/BA aus?

Zwei häufig verwendete Beschreibungen der Rolle des RE/BA sind:

  • Der „Übersetzer“ zwischen der Business und IT Welt
  • der Methodiker für die Ableitung von Anforderungen aus Problemen und Wünschen.

Diese Beschreibungen sind unvollständig und vereinfacht, sollen uns aber als Angriffsfläche für die Veränderungen dienen.

Brauchen wir den Übersetzer noch?

Die Übersetzerrolle fällt zunehmend weg, cross-funktionale Teams lösen Probleme selbständig. Das ist nicht zuletzt dadurch bedingt, dass die IT und Computer unterstütztes Arbeite immer gewöhnlicher werden. Für „Digital Natives“ sind selbst komplexere IT Systeme keine „Zauberei“ mehr. Auch sind Entwickler meist nicht mehr die „Nerds“ die in Algorithmen denken, da viele Aufgaben durch Konfiguration von Standard Software oder in High Level Sprachen gelöst werden können. Das Business und der Entwickler rücken immer näher zusammen, der Übersetzter entfällt.

Was wird aus dem Methodiker?

Im Agilen arbeitet der PO direkt mit dem Team, die Rollen der RE/BA sind in Scrum et. al. nicht vorgesehen. Der Trend zum Agilen ist ungebrochen – in unserer neusten Trend & Benchmark Studie antworten fast 60% der Befragten, das die vorwiegende Vorgehensweise im Projekt Agil ist, 2016 waren es noch ~50% (siehe dazu auch den Artikel Agile Softwareentwicklung in der Schweiz).

Die Antwort der RE Frameworks ist es, RE als Methode zu platzieren (Agile@IREB Primer und iSQI CABA, auch in unserer Academy ;-) ). Das ist valide, der PO, bzw. ein Team Mitglied sollten methodisch sauber arbeiten um gute Ergebnisse zu erzeugen. Das bedeutet aber trotzdem, das die Position des reinen RE/BA nicht mehr benötigt wird.

Und die AI?

Das Aufkommen der AI auf der anderen Seite, rückt die klassische Entwicklung von Lösungen hin zu einem ‘Füttern der AI“ mit Beispielen, aus denen dann die AI selbständig Lösungen entwickelt (Beispiel: Selbstfahrende Autos). Hier sind wir noch am Anfang der Entwicklung, aber es wird sicher spannend, Prognosen was dies für unsere Zukunft bedeutet, sind jedoch schwierig zu erstellen.

Was bedeutet das für meine Zukunft?

Auf meinem Talk „Habe ich in drei Jahren noch einen Job“ an der Upfront Thinking Conference  werde ich meine Sicht der möglichen Konsequenzen darstellen und wie wir damit umgehen können.

Bevor ich hier zu viel verrate, wüsste ich gerne: Was meint Ihr dazu? Wie wird sich durch die viel beschworene „Digitale Transformation“ unser Job-Bild ändern? Kommentare zum Blog oder per Email sind immer gerne willkommen!

 

 

2 Gedanken zu „Habe ich in drei Jahre noch einen Job – die Zukunft des RE“


  • hauke.basse@gmx.net' Hauke Basse sagt:

    Guten Tag
    In meinem Unternehmrn gibt es eine IT-Abteilung, die mehrere „Business-Einheiten“ beliefert. In der IT wird agil gearbeitet. Die Business-Bereiche sind kulturell tlw. modern, tlw. aber auch sehr klassisch aufgestellt.
    Wenn der PO nun ein Mitarbeiter aus dem Business ist, ist er vielleicht nicht gleichzeitig RE-Methodik-Fachmann. Er kennt die Bedürfnisse der Anwender, aber kann sie nicht optimal ausdrücken, weil er vielleicht kein Konzeptions-Typ ist, oder weil er eben keine RE-Erfahrung hat. Hier kann der RE helfen.
    Ist der PO organisationell bei der IT, dann braucht er wiederum den Business-Kenner (BA).
    Lezteres ist vielleicht „per Definition“ kein richtiger PO, und ersteres ein unadäquat ausgebildeter. Aber was scheren die Realität irgendwelche Definitionen? Soll das Unternehmen seine Organisation an Software-Team-Modelle ausrichten?
    Ausserdem sehe ich weiterhin Bedarf an RE-Fachleuten mit viel Erfahrung bzgl. dem, was IREB als „Requirements Management-Plan“ bezeichnet, und bzgl. Tooling; Welches Tool ist für dieses Projekt / Unternehmen das richtige? Welche Attribute sind die richtigen, wie viele sind sinnvoll?

    • Stephan Adler sagt:

      Guten Tag Herr Basse,

      Danke für Ihren Kommentar und die Anregung, die Situation die Sie beschreiben ist nicht untypisch. Oft wir dann aus der IT Heraus eine Art „Proxy-PO“ eingerichtet. Ob es für das Unternehmen richtig ist, sich über die IT heraus agile aufzustellen, ist keine einfache Frage. Es ist aber durchaus eine Tendenz in diese Richtung zu beobachten, vor allem in Bereichen wo die Software einen wachsenden Teil des Produkts ausmacht.
      Ich will auch gar nicht sagen, dass es keine Requirements Fachleute mehr brauchen wird, sondern mehr eine Diskussion starten in welche Richtung das Feld sich entwickeln wird.
      Herzliche Grüsse,
      Stephan Adler

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